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Kjersten Waldheim
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Wollen wir den tristen Tag beschließen,
Könnten wir uns ganz und gar genießen.
Wollen wir dann Frieden uns bereiten,
Sollten wir im Kampfe uns entgleiten.
° ° °
Das Gericht enthält Lauch,
Schon wird es warm im Bauch.
Wo einst Stille und Frust,
Dort jetzt Jubel und Lust –
Wer es glaubt – bei dem Hauch.
Es endet diese Nacht
Zu einer frühen Stund’.
Da heißt mir mit Macht
Dein samtes Lippenrund,
Kaum plötzlich erwacht,
Küss sofort diesen Mund.
Von ihrem Gartenbaume
Pflückt ich mir jene Pflaume.
Als ich biss in sie hinein,
Stieß ich so fast nur auf Stein,
Das hielt den Spaß im Zaume.
Die Finger tanzen, die flinken,
Von jeder Welle sie trinken.
Am Ende steht süßer Beginn.
Die Dauer, sie schenkt den Gewinn
und neue Tänze bald winken.
Flattert die Hand ohne Rast
So wie die Fahne am Mast,
Bewegt nur durch die Triebe,
Anstatt mit ganzer Liebe,
Wird aus der Hast eine Last.
Mag man auch das Herz erregen,
Das sich jeder muss bewegen
Und so jene Freude spendet,
Die gehofft doch niemals endet,
Kann ein bittend Blick belegen.
Geister
Als Schnecke
vergrab ich mich in meinem runden Haus,
wenn mir das Dasein hängt zum Halse raus.
Bald wünsche ich mich daraus wieder fort,
denn draußen gibt's viel Schöneres als dort.
Als Tiger
gehe ich ohne Freude auf die Jagd,
nur wenn in meinem Bauche Hunger nagt
und bin ich dann ganz vollgefressen,
ist die reine Raubgier schnell vergessen.
Als Albatros
bin ich am Boden oftmals ungelenk,
gab die Natur zum Ausgleich ein Geschenk.
Müssen viele zu Fuß den Weg bestreiten,
genieße ich ein tagelanges Gleiten.
Als Schlange
winde ich mich von hier nach dort stets hin,
wissend, dass ich kein Quell der Sünde bin,
wollt, ich könnte alle Welt umschlingen,
leider mag mir dieses nie gelingen.
Schickt mein Hirn sich schnell auf Reise
Damit’s nicht mehr ums Gleiche kreise
Wird’s auf diese Weise weise
Bewahrt es mich vor einer Meise
Nachtgarten (Ausschnitt)
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